Handgelenksarthroskopie

 

Einführung
 

Die Arthroskopie des Handgelenkes hat einen festen Stellenwert im Spektrum der handchirurgischen Diagnostik und Therapie. Mit keiner anderen Methode kann sich der Operateur ein genaueres Bild von der Situation im Gelenk verschaffen. Die Erhebung des Knorpelstatus und die Bewertung von Bandinstabilitäten ist diagnostisch und therapeutisch wertvoll. Schleimhautveränderungen können diagnostiziert werden und die Entnahme von Proben zur feingeweblichen Untersuchung ist möglich. Verletzungen an der Aufhängung des Handgelenkes an der Elle, dem Discus Triangularis, können arthroskopisch operativ behandelt werden.

 

Durchführung
 

Die Handgelenksarthroskopie führen wir am Gelenkzentrum Rheinmain in Vollnarkose und Rückenlagerung des Patienten aus. Ein spezieller Bügel hängt die Hand und den Unterarm flexibel auf. Mit zusätzlichen Gewichten kann der Gelenkraum etwas gedehnt und erweitert werden. Über 4 standardisierte Zugänge wird das Arthroskop in das Gelenk eingeführt und alle Gelenkräume einsehbar. Die Handgelenksarthroskopie wird von uns als nasse Arthroskopie ausgeführt, bei der der Gelenkraum während der Operation mit Spüllösung geflutet wird. Dies erlaubt die Verwendung eines elektrischen Hochfrequenzmessers wodurch postoperative Blutungen selten sind, da diese Methode zu einer Verschorfung der Gefäße führt.

Lagerung zur Handgelenksarthroskopie. Der Unterarm ist über eine Halteplatte frei aufgehangen. Eine Blutsperrenmanschette wurde angelegt und das Zuggewicht mit einem Polster über die Manschette positioniert. Die sterile Abdeckung lässt nur das notwendige Operationsgebiet frei.

 

Indikationen

 

Der unklare und konservativ nicht kompensierbare Handgelenkschmerz ist eine Indikation zur Gelenkspiegelung. Häufig finden sich hierbei Schleimhautfalten oder fokale Entzündungen der Schleimhaut die mittels Synovektomie behandelt werden. Einen wesentlichen Beitrag zur Entscheidungsfindung liefert die Arthroskopie bei Kahnbeinpseudarthrosen oder Instabilitäten der Handwurzel. Rekonstruierende Operationsverfahren sind hier nur dann Erfolg versprechend, wenn der Gelenkknorpel intakt ist. Wir sehen die Arthroskopie als einziges hierfür geeignetes Verfahren an, um den Knorpelzustand des Gelenkes mit der notwendigen Genauigkeit beurteilen zu können. Bei dem Syndrom der Überlangen Elle kommt es durch Überlastung des ulnaren Handgelenkes zu Knorpelschäden an Mondbein und Dreiecksbein sowie zur Schädigung des ulnaren Scheibenknorpels und seiner Bandverbindungen (TFCC-Läsion). Auch diese Schädigungen sind mit anderen Untersuchungsmethoden nicht mit annähernd gleicher Aussagekraft beurteilbar.

 

Arthroskopische Operationen

 

Bei den arthroskopischen Operationen können die resezierende und die rekonstruierende Methoden unterschieden werden. Zu den resezierenden gehören die Synovektomien, Arthrolysen, Knorpelglättungen, debridierenden Verfahren. Sie finden insbesondere bei arthrotisch vorgeschädigten Gelenken Anwendung. Eine typische rekonstruierende arthroskopische Operation am Handgelenk ist die Naht oder Refixation des ulnaren Scheibenknorpels und seiner Bandverbindungen zur Elle (TFCC-Repair). Diese Maßnahme findet meist nach stattgehabten Brüchen der distalen Speiche mit gleichzeitiger Verletzung des TFCC Anwendung. Oftmals sind die Folgen des Bruches längst ausgeheilt und störende Instabilitätsbeschwerden des körperfernen Ellenendes führen den Patienten in unsere Behandlung.

 

Nachbehandlung nach Handgelenksarthroskopie

 

Nach resezierenden Verfahren ist meist eine kurze Ruhigstellung in einer Gipsschiene für 5-10 Tage ausreichend. Häufig besitzen die Patienten bereits Handgelenksorthesen die dann für diesen Zeitraum angelegt werden. Aber auch in den ersten 10 Tagen nach der Operation ist der Patient angehalten das Handgelenk mehrmals täglich im schmerzfreien Bewegungsraum (ROM) zu bewegen. Faustschlussübungen unterstützen die Abschwellung und werden eigenverantwortlich vom Patienten ausgeführt. Nach rekonstruierenden Verfahren kann eine vorübergehende Immobilisation notwendig werden. Über Umfang und Dauer informiert Sie Ihr Operateur des Gelenkzentrum Rheinmain.

Arthroskopischer Blick auf die beugeseitigen Handwurzelbänder (links) und auf die Knorpelige Verbindung zwischen Kahnbein und Mondbein (rechts).

 

 

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