Sattelgelenksarthrose / Rhizarthrose

 

Das Daumensattelgelenk ist für die Beweglichkeit des Daumens und die Funktion der Hand mit ihren vielschichtige Anforderungen und Greifformen von zentraler Bedeutung. Das Sattelgelenk erlaubt den Daumen abzuspreizen und zu opponieren, wodurch überhaupt ein umgreifen von Gegenständen ermöglicht wird. Arthrosen in diesem wohl am stärksten beanspruchten Gelenk der Hand sind häufig und meist idiopathisch bedingt, können aber auch entzündlich oder posttraumatisch auftreten. Eine genetische Disposition spielt auch eine Rolle da Frauen 10 x häufiger betroffen sind als Männer. Bei den posttraumatischen sind insbesondere die Gelenkbrüche des ersten Mittelhandknochens mit unzureichender Reposition von schlechter Prognose.

Posttraumatische Sattelgelenksarthrose nach konservativer Therapie eines Gelenkbruches des ersten Mittelhandknochens Typ Bennet (rote Pfeile)

Schwere idiopathische Sattelgelenksarthrose mit destruktiven degenerativen Veränderungen

 

Behandlungsmöglichkeiten
 

Als konservative Therapieverfahren kommen in erster Linie moderate Greif und Bewegungsübungen zum Teil im Handbad zur Anwendung. Manualtherapeutische Traktionsbehandlungen können im chronischen schmerzarmen Stadium die Beweglichkeit über einen langen Zeitraum erhalten. Im akuten Stadium können lokale Infiltrationen mit und ohne Steroidzusatz zu einer Kompensation führen. Vorübergehende Ruhigstellungen in einer Sattelgelenksorthese oder einem individuellen Tapeverband kann die Symptome ebenfalls lindern. Die Injektion arthroprotektiver Substanzen kann im individuellen Fall indiziert sein, setzt aber einen Restknorpelbezug des Gelenkes voraus. Über eine positive Beeinflussung der Beschwerden durch eine Magnetfeldbehandlung wird in Einzelfällen berichtet.

Orthesen ohne zusätzliche Ruhigstellung des Daumengrundgelenkes erlauben einen funktionellen Einsatz der Hand bei gleichzeitiger Stütze des Daumensattelgelenkes.

Nach Resektion des Trapeziums wurde der erste Mittelhandknochen mit der halben speichenseitigen Handgelenksbeugesehne durch einen Knochenkanal (roter Pfeil) an der Basis des zweiten Mittelahndknochens stabil und beweglich aufgehangen.

Schema der Resektions-Suspension-Interpositionsarthroplastik in der Technik des Gelenkzentrum-Rheinmain. Die hälftige Sehne des speichenseitigen Handgelenkbeugers (FCR) wird durch den Knochen des MHK 1 geführt und mit sich selbst am Ansatz der Sehne vernäht. Der weitere Sehnenstreifen wird dann in 8er Schlingen um die lange Daumenabspreizsehne (APL) geschlungen. Hierdurch entsteht eine sehr belastbare und flexible Aufhängung des Daumens.

 

Anästhesieverfahren:

Wir bevorzugen die Vollnarkose da der Eingriff je nach Ausprägung bis zu 60 Minuten dauern kann. Eine axilläre Plexusanästhesie ist prinzipiell auch möglich. Die Operation kann unter Berücksichtigung ggf. weiterer Zusatzerkrankungen ambulant oder stationär erfolgen.


 

Nachbehandlung

 

Postoperative Kühlung und strenge erhöhte Lagerung mit Schonung ist notwendig. Eine Gipsschiene ist bei unserer OP-Technik nicht erforderlich. Bis zum Fadenzug am 12. Tage reicht ein stabilisierender Verband der regelmäßig gewechselt wird. Danach erfolgt die Freigabe zur Eigenbeübung. Bis zur 8 Wochen empfehlen wir die Anlage einer Daumenorthese zur Nacht. Direkte Bewegungsübungen und Faustschlusstraining beginnt ab dem 2. postoperativen Tag und reduziert die oft eintretende Schwellneigung der Hand. Bis zur vollständigen Rehabilitation und Kraftaufbau des Daumens kann es zwischen 3 und 6 Monate dauern.

 

 

 

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