Skidaumen / Ruptur des ulnaren Seitenbandes am Daumengrundgelenk

 

Anatomie, Pathologie
 

Durch einen Sturz auf den Daumen mit Abspreizung (Sturz mit Skistock) oder durch ein gewaltsames Abspreizen des Daumens durch einen Ball beim pritschen kann es zur Zerreißung des ulnaren Kapselbandapparates am Daumengrundgelenk kommen. Das Gelenk ist bei vollständiger Zerreißung instabil und eine volle Wasserflasche kann typischer Weise nicht in der Hand gehalten werden. Zum Ausschluss von Frakturen oder knöchernen Bandausrissen ist eine Röntgenaufnahme des Daumens in zwei Ebenen obligat und wird am Gelenkzentrum Rhein-Main in moderner digitaler Röntgentechnik durchgeführt. Liegen keine knöchernen Verletzungen vor, stellt der erfahrene Untersucher die Instabilität des Gelenkes in klinischen Tests im Vergleich zur Gegenseite fest. Ist der Befund eindeutig kann auf eine gehaltene Stressaufnahme verzichtet werden. Bei vollständiger ulnarer Instabilität ist eine konservative Therapie nicht erfolgversprechend. Über dem Seitenband verläuft der Sehnenansatz des Daumenanspreizmuskels (Adduktor pollicis). Dieser Sehnenansatz schlägt sich oft ins Gelenk ein und verhindert bei konservativer Therapie die Heilung des Bandes (Stener-Läsion).

Diese schematische Darstellung zeigt die durchtrennte Sehnenplatte des Adduktormuskels (rot) zur Revision und Naht des gerissenen ulnaren Seitenbandes (gelb) am Daumengrundgelenk. Da das Seitenband seinen Einriss fast immer im Längsverlauf der Adduktorsehnenplatte ausbildet, kann die Sehne sich in den Riss einschieben und so eine Heilung des Bandes auf konservativem Wege verhindern.

 

Operationsverfahren
 

Durch einen geschwungenen Schnitt am Daumengrundgelenk wird die Sehnenplatte des Adduktormuskels dargestellt, dieser kann bei schweren Zerreißungen auch gerissen sein. Die Präparation wird mit Sorgfalt ausgeführt, damit der am Wundrand verlaufende streckseitige Daumennerv nicht verletzt wird. Die Sehnenplatte des Adduktormuskels wird gespalten und die nahezu immer umgeschlagenen Bandstümpfe aufgesucht und befreit. Ist die Verletzung frisch (<2 Wochen) ist eine primäre Naht ohne Transfixation des Gelenkes in der Regel ausreichend. Bei älteren Verletzungen (>3 und <6 Wochen)lassen sich die Bandenden oft nicht mehr sauber miteinander vernähen. Hier ist dann zu Sicherung der Heilung eine Transfixation des Grundgelenkes durch einen 1,2 mm K-Draht notwendig. Dieser Draht wird dann nach 6 Wochen in lokaler Betäubung entfernt. Liegen die Verletzungen noch länger zurück oder handelt es sich um eine Reruptur bevorzugen wir die Seitenbandrekonstruktion in der Technik nach Lister mit Verwendung der Palmaris longus Sehne als freies Transplantat. Nähere Informationen zur Operation bei veralteten Bandverletzungen am Daumen erhalten Sie von Ihrem Handchirurgen im Gelenkzentrum Rhein-Main.

Deutliche ulnare Seitenbandinstabilität mit Subluxation und Hyperextension im Daumengrundgelenk.

 

 

 

 

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