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Kreuzbandriss

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Kreuzbandriss

Wichtige Informationen auf einen Blick

Typischerweise bei Sportverletzungen ohne Gegnerkontakt kommt es zu einem Riss des vorderen Kreuzbandes: einer vorderen Kreuzbandruptur.

Diese Ruptur kann teilweise oder komplett vorliegen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen kommt es häufig zu knöchernen Ausrissen des vorderen Kreuzbandes. Sportler und Frauen sind in der Bevölkerung am häufigsten betroffen.

Was ist das vordere Kreuzband?

Im „Inneren“ des Kniegelenks befindet sich das vordere Kreuzband (VKB).

Dieses entspringt an der äußeren Oberschenkelrolle hinnenseitig und hinten. Es verläuft dann schräg durch das Kniegelenk nach vorne um dann am zentralen vorderen Unterschenkelplateau anzusetzen (Bild 1).

 

 

 

 

 

Die Funktion des vorderen Kreuzbandes

Damit verhindert das vordere Kreuzband eine Verschiebung (Translation) des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel nach vorne. Desweiteren verhindert es durch seinen schrägen Verlauf eine Drehbewegung (Rotation) des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel.

Das vordere Kreuzband ist nur sehr schlecht durchblutet und weist aus diesem Grund nur eine sehr geringe eigene Heilungspotenz auf.

Das vordere Kreuzband besteht aus anatomischen Gesichtspunkten aus zwei Bündeln: einem vorderen (anteromedial) und einem hinteren (posterolateral). Während das vordere Bündel hauptsächlich eine Translation verhindert, verhindert das hintere Bündel die Rotation.

 

 

 

 

Begleitverletzungen eines vorderen Kreuzbandrisses?

Sehr oft ist eine vordere Kreuzbandruptur mit Begleitverletzungen am Meniskus und/oder Knorpel assoziiert.

Entschließt man sich zu einer Operation zum Ersatz oder zur Naht des vorderen Kreuzbandes können diese Begleitverletzungen in der Regel in gleichem Eingriff ebenfalls behandelt werden.

Oft ist es so, dass die Begleitverletzung an sich bereits sehr gravierend ist (z.B. eine Meniskuskorbhenkelläsion) und eine OP-Indikation darstellt. In diese Fällen muss mit dem Patient besprochen werden, ob man dann sofort das vordere Kreuzband ersetzt als auch die Begleitverletzung in einem Eingriff behandelt. Aus medizinischer Sicht ist dies grundsätzlich empfehlenswert, muss jedoch individuell mit jedem Patient besprochen werden.

 

 

 

 

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Behandlungsablauf - Kreuzbandriss

Auslöser
  • Harter seitlicher Aufprall eines Gegners beim Fußball gegen das Kniegelenk
  • Überstreckung des Kniegelenks
  • Plötzliches Abbremsen aus vollem Lauf
  • Plötzlicher Richtungswechsel aus vollem Lauf
  • Landung nach Sprung oder Drehung.
Symptome
  • Schwellung
  • Blutiger Gelenkerguss
  • Instabilitätsgefühl
  • Heftiger Schmerz im Inneren des Knies
  • Deutlich hörbares Knallen durch das reißende Kreuzband
  • Knie lässt sich nicht mehr ganz strecken
Prävention
  • Beinachsentraining: Bewegung und Sprünge auf weichen Untergründen (Matten)
  • Koordinationstraining: Sprungübungen
  • Propriozeption: Balance Board
Diagnostik

Zu der Diagnostik einer vorderen Kreuzbandruptur gehört primär eine Erhebung der Anamnese (Geschichte der Krankheit).

  • Liegt eine ältere oder eine frische Kreuzbandruptur vor?
  • War ein Unfall oder ein anderes Geschehen ursächlich?
  • Wie alt ist der Patient und welchen sportlichen Anspruch hat der Patient?
  • Wurde das betroffene Kniegelenk schon einmal operiert?
Hiernach folgt die körperliche Untersuchung des betroffenen Kniegelenks immer im Vergleich zum anderen gesunden Kniegelenk.

Bei dem klaren Verdacht auf eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes sollte eine MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomographie) des betroffenen Kniegelenks (Bild 6) erfolgen.

Durch diese Bildgebung kann nicht nur das Kreuzband, sondern auch alle anderen Strukturen des Kniegelenks wie Meniskus, Knorpel und auch der Knochen beurteilt werden. In vielen Fällen kann mittlerweile auf eine normale (konventionelle) Röntgendiagnostik verzichtet werden.
Therapie

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es bei einem vorderen Kreuzbandriss?

Die Entscheidung der fortführenden Therapie orientiert sich am Patient, der Verletzung bzw. einer Kombination daraus. Grundsätzlich bestehen nur zwei verschiedene Möglichkeiten der Therapie: konservativ (keine Operation) oder operativ (Operation).

Schwerwiegende Begleitverletzungen (wie oben beschrieben) unterstreichen eine Operationsindikation. Nahtfähige vordere Kreuzbandrupturen (siehe weiter unten) müssen bei Indikationsstellung zeitnah (innerhalb von 2 Wochen) operiert werden.

Die verschiedenen Typen von Patienten eines vorderen Kreuzbandrisses

Ansonsten stellt die isolierte akute als auch die chronische Verletzung des vorderen Kreuzbandes keine dringende OP-Indkation dar und es bleibt genügend Zeit für Arzt und Patient sich das weitere Vorgehen zurecht zu legen.

Eine sehr gute Entscheidungshilfe dabei ist die Dreiteilung (Bild 7) in sogenannte: Coper, Adapter und non-Coper.

Therapie (2)

Volle sportliche Aktivität bei konservativer Behandlung (Coper)

Dabei sind die Coper die Patienten, welche auch ohne vorderes Kreuzband ohne Instabilitätsepisoden in volle sportliche Aktivität zurückkehren können.

Anzumerken ist hier, dass diese Gruppe an Patienten eine deutlich erhöhte Gefahr der sekundären Begleitverletzungen als auch Arthroseentwicklung hat.

Angepasste sportliche Aktivität bei konservativer Behandlung (Adapter)

Die zweite Gruppe sind die sogenannten Adapter. Diese Patienten passen ihre Aktivität in der Art an, dass dabei gar keine Instabilitätsepisoden entstehen können.

Bezüglich Begleitverletzungen aber vor allem Arthroseentwicklung haben diese Patienten ein vergleichbares Risiko wie die Coper.

Sowohl Coper als auch Adapter können primär konservativ behandelt werden.

Operation empfohlen (Non-Coper)

Die dritte und klar größte Gruppe sind die sogenannten non-Coper. Diese Patienten verspüren eine Instabilität und können daher nicht zum gewollten Sport/Sportniveau zurückkehren. Diesen Patienten wird eine Operation empfohlen.

Therapie (3)

Die Kreuzbandnaht

Bestimmte Rissformen des vorderen Kreuzbandes können heutzutage mit modernen Nahttechnik-Systemen versorgt werden.

Dabei wir der abgerissene Kreuzbandstumpf mithilfe von Fäden gefasst (Bild 8a) und wieder an die anatomische Ursprungsstelle am Oberschenkelknochen gezogen und dort fixiert.

Ein Spannfaden verbindet zudem Oberschenkel und Unterschenkel im Sinne einer richtigen Einstellung dieser beiden Gelenkpartner zueinander in welcher dann das gerissene Kreuzband in richtiger Stellung ausheilen kann.

Dieser Spannfaden ist im Unterschenkel mit einer Sprungfeder verbunden welche die Bewegungen eines normalen Kreuzbands nachahmen kann (Bild 8b).

Der Vorteil der Kreuzbandnaht ist, dass kein Sehnenmaterial verwendet werden muss und das eigene Kreuzband, welches wahrescheinlich über die besten Funktionen verfügt, erhalten werden kann.

Die Rehabilitation ist zudem etwas schneller als bei einer Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes.

Nachbehandlung

Nachbehandlung

Was passiert nach der Behandlung eines vorderen Kreuzbandrisses?

Die Nachbehandlung orientiert sich streng an der genauen OP-Technik.

Bei einer Kreuzbandnaht

Bei einer isolierten Naht benötigt der Patient nur für eine sehr kurze Zeit Gehstöcke (1-2 Wochen) und kann nach Durchlaufen der Rehabilitionsphase (siehe Kapitel dort) ca. nach 6 Monaten wieder jeglichen Sport durchführen. Rad fahren und schwimmen sind in der Regel bereits 8 Wochen nach der Operation wieder möglich.

Bei einem Kreuzbandersatz

Bei einer isolierten Ersatzplastik benötigt der Patient ca. 3-4 Wochen Gehstöcke.

Nach Durchlaufen der Rehabilitionsphase (siehe Kapitel dort) ist Rad fahren und Schwimmen nach 3 Monaten wieder möglich. Joggen ist ca. 6 Monate nach OP wieder möglich. Nach ca. 9 Monaten kann der Patient wieder jeglichen Sport durchführen.

Dabei ist anzumerken, dass es einer intensiven Rehabilitation bedarf um diese vorgegeben Zeiten einzuhalten.

Kam es während der Kreuzband-Operation zu Co-Eingriffen wie z.B. Meniskusnaht oder Knorpelreparatur ist die initiale Teilbelastungsphase an Gehstöcken in der Regel 6 Wochen. Die weitere Rehabilitation gliedert sich jedoch dann meist in die reguläre ein.

Ergebnisse

Vorderer Kreuzbandriss: Was kann ich von der Behandlung erwarten?

Bei Einhalten der korrekten Indikationsstellung und Durchführen der korrekten OP-Technik ist mit zufriedenstellenden und sehr zufriedenstellenden Resultaten bei über 90 % der Patienten zu rechnen.

Diese Zahlen sind in großen Kohortenstudien analysiert worden und entsprechen den Ergebnissen am eigenen Patientengut. Die Rücckehrquote in gleiche sportliche Aktivität auf gleichem Niveau wie vor der Operation wird in der Literatur aktuell mit ca. 80 % angegeben.

Gerne stellen wir Ihnen auch weiterführende Literatur zu diesem Thema in PDF-Format hier zur Verfügung.

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